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Montag, 10. Dezember 2018

Aktuelle Nachrichten aus Naumburg

Naturparadies Hummelwerkstatt mit tollen Insekten und Blüten

Erdhummel mit Pollenhöschen an Pfingstrosen. (Foto: Stadt Naumburg)

Hinter einem Weidenzaun von der Straße her verborgen, liegt die Hummelwerkstatt mit Gartenanlage als Kleinode für Hummeln, Bienen und Einsiedlerbienen inmitten einer großen Streuobstwiese. Nachdem der erste Blütenflor mit Lungenkraut, Taubnesseln, Beerensträuchern, Akeleien und Bergflockenblumen eine Vielzahl an Insekten genährt hat, locken nun ungefüllte Pfingstrosen, Salbei, Lavendel, Storchschnabel, Rosen, Walderdbeeren und Riesentelekien mit Pollen und Nektar.

Die im Foto gezeigte Pfingstrose verdeutlicht den Vorteil der ungefüllten Blüten mit einem hohen Pollenangebot. Die gefüllten Sorten haben nämlich keine Staubeutel mehr, da diese durch Züchtung in weitere Blütenblätter umgewandelt wurden. Der Pollen enthält wichtige Eiweiße und Mineralien für die Hummeln, die sie zum Körperbau und zur Wachsproduktion benötigt. Die Hummeln schütteln durch Zittern die Pollensäckchen aus. Der Pollen landet auf ihrem Pelz, aus dem sie Pollenkörner in Ruhe auskämmen kann. Je nach Blüte sind diese Körner gelb, orange, beige, schwarz oder auch gräulich. Die Flugzeit einer Hummel beträgt ca. 5 Stunden und während dieser Zeit sammelt sie ca. 6,3 g Zucker. Dabei wird sie in der Nähe des Baus oder aber bei warmen Temperaturen auch mal weniger ergiebige Blüten besuchen. Je weiter sie sich vom Bau entfernt, desto ergiebiger muss der Zuckergehalt in der Blüte sein, um einen Rückflug auch gewährleisten zu können (siehe auch Bernd Heinrich „Der Hummelstaat“).

Im Rotlichtraum kann man in diesem Jahr quasi unter der Erde ein Gartenhummelvolk sowie ein Erdhummelvolk beobachten. Die fleißigen Tiere sammeln unermüdlich Nahrung und bauen Waben, füttern die Brut. Ist es zu heiß, wird gekühlt. Bei der heißen Witterung der vergangenen Tage heizen auch die Hummeln beim Fliegen zu sehr auf und machen deshalb lieber eine Mittagspause im Bau. Zum Abend werden sie wieder aktiv und fliegen bis in die Dunkelheit hinein.

Das Hummelhaus in der Beetanlage. (Foto: Stadt Naumburg)

Bei einem Besuch in der Hummelwerkstatt lernen Besucher Grundlagen des Körperbaus, des Lebenszyklus und der Arten kennen. Tote Hummeln vergangener Jahre (Hummeln werden max. 1 Jahr alt) helfen, Hummelarten zu bestimmen. Sie dürfen hier auch mal den weichen Pelz streicheln, der die Hummel im kalten Frühjahr warm hält. Weitere Entdeckungen in der Hummelwerkstatt: das Leben der Waldameise, Wildbienen im Insektenhotel und Honigbienenbeobachtungskasten.

Streicheln von Hummelpräparaten, die Claudia Thöne in einer Petrischale bereit hält. (Foto: Stadt Naumburg)

Öffnungszeiten auch während der Ferien sind Mittwoch von 15:00 – 17:00 Uhr, Samstag und Sonntag von 14:00 – 16:00 Uhr und nach Vereinbarung. Wir freuen uns auf Sie. Es ist für jedes Alter spannend, ob naturerfahren oder ohne Vorkenntnisse. Das Hummelhaus liegt in der Fritzlarer Straße, an der Bedarfshaltestelle von Fritzlar kommend, vor dem Ortsschild Naumburg rechts.

Termine können Sie gerne unter NIZ Naumburg, Tel. 05625/7909-73, vereinbaren.

12.06.2018 09:27 Alter: 181 Tage