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Sonntag, 15. Dezember 2019

Aktuelle Nachrichten aus Naumburg

Landtour „Aus dem Teich zum Frischfisch“

Dr. Martin Draude, Vorsitzender des Naumburger Angelsportvereins 1970 e. V. informiert über die Fische in der Elbe. Im Bild eine Regenbogenforelle. (Foto: Stadt Naumburg)

Liebhaber lokaler und regionaler Spezialitäten kommen bei den kulinarischen Touren „Genussvoll unterwegs“ auf ihre Kosten, die zu landwirtschaftlichen Betrieben und Direktvermarktern führen und bei denen die Besucher dann die hausgemachten Köstlichkeiten probieren können und hinter die Kulissen schauen dürfen.

Am Sonntag, 28. Juli 2019, begleiteten 20 Interessierte Dr. Martin Draude, Vorsitzender des Naumburger Angelsportvereins 1970 e. V., auf einem Spaziergang entlang der Elbe. Die kleine Elbe entspringt hinter der Weidelsburg und verläuft häufig noch in einem schönen kurvenreichen Bachbett über Ippinghausen, Naumburg, Elbenberg, Altendorf und Züschen nach Geismar. An ihrer Mündung bei Geismar schüttet sie im Mittel 700 l Wasser in der Sekunde in die Eder. Der gesamte Verlauf ist über die Kommunen fischereiwirtschaftlich verpachtet. Doch was lebt denn hier bei uns in so einem Bach? Die auf dem Bild unten dargestellte Regenbogenforelle ist hier eigentlich nicht heimisch. Unsere Bachforelle hat rote und schwarze Punkte und kann bis ca. 50 cm groß werden. Aber sie lebt nicht nur in den kleinen Bächen. Sie wandert in die Flüsse und wird hier zur Flussforelle und weiter Richtung Nordsee, wo sie sich in die Meerforelle ohne Punkte und mit einem silbrigen Schuppenkleid umwandelt, die bis 1 m Länge erreichen kann. Andere Bachbewohner wie Aale kommen aus den großen Meeren und wandern Flussaufwärts auch in unsere Region. Die Forelle ist ein Raubfisch und so wundert es nicht, dass sie bei zu dichtem Besatz auch kleine Artgenossen verspeist. Weitere Tiere auf ihrem Speiseplan sind Bachflohkrebse, Stichlinge und Moderlieschen.

Dr. Martin Draude erklärte, dass in der Betreuung von Bachläufen heute ein Umdenken erfolgt und man versucht, dass sich der Bestand natürlich vermehrt. Fremdbesatz erfolgt wenn dann nur mit sehr jungen Fischen, die sich auf den Bachlauf einstimmen können.

Eine spannende Station bot der Stadtteich Naumburg, der derzeit trocken gelegt ist. Er war verlandet und bot damit Fischen keine gute Lebensgrundlage mehr. Auch seine Einfassung aus Palisaden war abgängig. Nun nach fast einem Jahr Trockenlegung ist der Schlamm auf die Hälfte zusammengeschrumpft und er kann ausgebaggert werden. Damit sich Fische natürlich vermehren können, benötigen sie Strukturen im Wasser, wie Wurzelteller umgefallener Bäume aus dem Wald oder Kiesschüttungen. Die Angler erhoffen sich, so zukünftig eine natürliche Lebensgemeinschaft im Bürgerteich schaffen zu können. Die Maßnahme ist mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Wasserbehörde abgestimmt und schon 2020 soll hier wieder eine Wasserfläche bildbestimmend sein.

Abgelassener Stadtteich in Naumburg. (Foto: Stadt Naumburg)

Der Angelsportverein betreut neben seinem Teich am Anglerheim ebenfalls einen kleinen Teich Nähe Café Hasenacker. Hierher wurde ein Teil der Fische verbracht, die vor Ablassen des Bürgerteiches abgefischt wurden. Insgesamt hatte der Bürgerteich eine geringere Anzahl Fisch und Arten als erwartet. Neben einigen großen Karpfen und Zandern, tummelten sich im Wesentlichen Rotaugen und Brassen im Gewässer sowie einige Aale. Vom erwarteten großen Hecht fehlte jede Spur.

Das Anglerheim mit Teich vor Naumburg in der Nähe des Sportplatzes. (Foto: Stadt Naumburg)

Filetieren einer Lachsforelle für den Imbiss zum Abschluss. (Foto: Stadt Naumburg)

Lachsforellenfilets. (Foto: Stadt Naumburg)

Forelle im Bierteig – einfach ein Genuss. (Foto: Stadt Naumburg)

Organisatorin Claudia Thöne von der Stadt Naumburg bedankt sich herzlich für die tolle Führung von Dr. Martin Draude und den lukullischen Abschluss im Anglerheim. (Foto: Stadt Naumburg)

05.08.2019 12:22 Alter: 132 Tage