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Mittwoch, 26. April 2017

Übersetzung der Urkunde von 1170

in der die Stadt Naumburg erstmalig erwähnt wurde

Urkunde vom 01. 10. 1170 des Erzbischofs Christian von Mainz, in der Graf Poppo von Naumburg erstmalig erwähnt wird.

Übersetzung der Urkunde vom 01. 10. 1170 des Erzbischofs Christian von Mainz, in der Graf Poppo von Naumburg erstmalig erwähnt wird.

Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit. Ich Christian, durch Gottes (begünstigende) Barmherzigkeit Erzbischof von Mainz. Durch ein Schriftstück wollen wir zu verewigen zu versuchen, was fortwährenden Gedenkens würdig ist, damit durch den Nachteil der Zeit nichts in Vergessenheit gerate.

Es mögen daher alle Christgläubigen, die gegenwärtigen und die zukünftigen, zur Kenntnis nehmen, dass wir in väterlicher und frommer Erwägung im Hinblick auf die Bedürftigkeit der Kirche Gottes in Weißenstein (bei Kassel) und die Not der Brüder und Schwestern dieses Klosters und auf Bitten des Probstes Wigbert, unseres treuen Freundes, alle Zehnten jener Wälder bei Dodenhausen im oberen Teil jenes Ortes und die Neubruchgebiete, die der obenerwähnten Kirche zukommen können, zur Linderung der Not, der dort Gott dienenden Brüder und Schwestern in freier Übergabe für immer Schenken zum Heile unserer Seele und im Beisein aller anwesenden Würdenträger unserer (Mainzer) Kirche.

Einen anderen Zehnten in Weißenstein, der aus einer gemeinsamen Schenkung jener herrührt, die Märker genannt werden, und der von unseren Vorgängern eben jener Kirche zu ewigem Recht verliehen worden ist, bestätigen wir aus eigener Machtbefugnis vor allen Anwesenden unserer (Mainzer) Kirche, damit das oben Gesagte für alle Zeiten fest und unverrückbar gelte. Wir bekräftigen dieses durch unsere Banngewalt, und wir bestimmen, dass unter Androhung der ewigen Verdammnis kein Kleriker oder Laie sich unterstehen soll, diese unsere Schenkung zu verletzen. Zum Zeugnis dessen haben wir befohlen, die vorliegende Urkunde niederzuschreiben und mit dem Abdruck unseres Siegels zu versehen.

Zeugen dieses Vorgangs sind:

Heinrich, Abt von Hasungen
Heinrich, Abt von Breitenau
Arnold, Abt von Spieskappel
Folbert, Probst von Langenselbold
Robert, Probst von Obermockstadt, Notar des erzbischöflichen Hofes
Albert, Erzpriester von Fritzlar
Diemar, Kanonikus von Fritzlar

Aus dem Laienstand:

Graf Poppo von Felsberg
Graf Poppo von Naumburg
Graf Albert von Schauenburg , Vogt der Kirche von Kirchditmold
Werner Munt und sein Bruder Giso

Aus dem Ministerialenstande:

Hedenreich, Viztum Von Rusteberg
Hartwig von Rusteberg
Godebert, Hofmarschall
Franco, Mundschenk
Berthold, Truchseß und andere mehr

Verhandelt wurde diese Angelegenheit im Jahre 1170 der Menschwerdung des Herrn, in der zweiten Indesktion, während Friedrich in glorreichster Weise erhabener Kaiser der Römer war.
Ausgefertigt durch den Notar Robert, Probst von Obermockstadt, am 1. Oktober. Nun möge alles glücklich so vollendet werden. Amen.

Übersetzt von Dr. Winfriede Böhne