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Montag, 29. Mai 2017
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Neuer Vorschlag für Erdverkabelung der Stromtrasse SuedLink geht nicht durch das „Wolfhager Land“

Die von der Firma Tennet aktuell vorgesehenen Erdkabelkorridore für die geplante Stromtrasse SuedLink werden wohl nicht durch den Altkreis Wolfhagen führen. Vorgesehen ist nun, die Trasse für die Stromleitung zwischen Wilster (Schleswig-Holstein) nach Bergrheinfeld (Bayern) östlich an Kassel vorbeizuführen. Große Abschnitte sollen demnach durch das Bundesland Thüringen verlaufen.


Die Abbildung zeigt die vorgesehenen Korridore für die Stromtrassen-Führung SuedLink. (Quelle:http://www.tennet.eu/fileadmin/user_upload/Our_Grid/Onshore_Germany/SuedLink/sl_korridor_1703/SuedLink_Netz_Segmentnummern.pdf)

Die Abbildung zeigt die vorgesehenen Korridore für die Stromtrassen-Führung SuedLink.

(Quelle:http://www.tennet.eu/fileadmin/user_upload/Our_Grid/Onshore_Germany/SuedLink/sl_korridor_1703/SuedLink_Netz_Segmentnummern.pdf)

SuedLink und kein End - Jahresrückblick der Bürgerinitiative Wolfhagerland gegen SuedLink

Mit dem Jahr 2015 liegt ein ereignisreiches Jahr hinter der Bürgerinitiative, die seit Mitte 2014 existiert. Ausgangspunkt unserer ablehnenden Haltung zur geplanten Stromtrasse SuedLink ist die Gesundheitsgefährdung und die Landschaftsverschandelung durch dieses geplante Projekt sowie große Zweifel an der Notwendigkeit des Vorhabens. Viel wurde erreicht im letzten Jahr. Mittlerweile gibt es den Landesverband und den Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink. Die Zusammenarbeit hat sich eingespielt.

Seit März 2015 sind im Stadtgebiet Naumburg mit der Unterstützung von Privatpersonen, Ortsvorstehern, Vereinen und Bürgermeister Banner aufgestellt „SUEDLINK? NEIN DANKE!, ebenso in den Wolfhager Ortsteilen Nothfelden und Altenhasungen. Während des ganzen Jahres nahmen wir an Diskussionsveranstaltungen mit Politikern teil.

Als herausragendes Ereignis ist die Veranstaltung am 23. März 2016 im Naumburger Haus des Gastes zu werten. Herr von Fabeck vom Solarenergie-Förderverein in Aachen legte anschaulich vor 100 Zuhörern dar, dass es keine Mega-Stromtrassen zum Gelingen der Energiewende bedarf, sondern der Entwicklung von Speichertechnologien.

Der ablehnenden Haltung der HGÜ-Stromtrasse Suedlink gegenüber wird wissenschaftlich untermauert von Prof. Dr. Jarass, Hochschule RheinMain und Prof. Dr. Claudia Kemfert, Deutsches Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin. Im VDE (Verband der Elektrotechnik) wurde ein Modell erarbeitet unter Mitwirkung von Professoren unterschiedlicher Hochschulen, um den zukünftigen Strommarkt auf die Erfordernisse der erneuerbaren regional erzeugten Energien anzupassen. Dieser „Zelluläre Ansatz“ baut das Verteiler-Stromnetz zunächst regional auf, mit dem Ergebnis, dass überregionale Netze nicht in dem geplanten Maße für die Versorgung notwendig sind. Auch andere angesehene wissenschaftliche Akademien (z.B. acatech) kommen zu dem Ergebnis, dass SuedLink für das Gelingen der Energiewende nicht gebraucht wird.

Bei den Speichertechnologien schreitet die Entwicklung voran. Viele neue Fotovoltaik-Anlagen auf privaten Dächern haben bereits einen Batteriespeicher und in Frankfurt gibt es eine Power-to-Gas-Anlage, die vor der Marktreife steht. All diese technischen Fortschritte führen dazu, dass Strom nicht mehr über weite Strecken transportiert werden muss, sondern vor Ort auch dann zur Verfügung steht, wenn weder der Wind weht, noch die Sonne scheint.

Im April wurde eine Arbeitsgruppe bestehend aus den BIs gegen SuedLink im Landkreis Kassel und den jeweiligen von der Planung betroffenen Bürgermeistern gegründet. Hier zeigte sich, dass die BIs und die Bürgermeister an einem Strang zogen, was sich als sehr erfolgreich herausstellte. Ein Gutachten des juristischen Büros de Witt kam zu dem Ergebnis, dass Tennet bei der Planung die Kriterien nicht durchgängig angewandt hat, was bedeutet, dass die Planung nicht der guten fachlichen Praxis entspricht, sodass neu geplant werden muss. Dieses Ergebnis wurde sowohl der Bundesnetzagentur als auch TenneT vorgelegt.

Im Mai galt es eine Eingabe zum Netzentwicklungsplan 2014 zu schreiben, bei der Bundesnetzagentur gingen über 35ooo Anmerkungen dazu ein. Im Dezember wurde wiederum der Bundesnetzagentur gegenüber zum NEP 2024 kritisch Stellung bezogen. Die Demonstrationen der Bürgerinitiative Bad Emstal wurden unterstützt. Im Oktober nahmen wir mit einem Stand an dem Wolfhager Energiefest teil.

All die lokalen und überregionalen Aktivitäten hatten zur Folge, dass im Juli die Fraktionsspitzen in Berlin beschlossen, dass SuedLink vorrangig als Erdkabel gebaut wird. Was nun auch gesetzlich festgeschrieben ist. Wir werden weiterarbeiten, ebenso wie die anderen BIs auch. Die Entwicklung gilt es kritisch zu begleiten. Tennet muss völlig neu planen. Die neue Streckenführung mit den Details wird für Anfang 2017 erwartet. Hierzu sei angemerkt: Vorrang, was bedeutet das konkret? Und nach wie vor gilt das Bündelungsgebot. Das bedeutet: wo schon eine Stromtrasse ist, wird SuedLink als Freileitung dazugelegt. Ungeklärt ist die Gesundheitsgefährdung durch die magnetischen Felder, die auch bei einer Erdverkabelung besteht. Und nach wie vor hat uns noch niemand die Notwendigkeit der Megastromtrassen als notwendig für ein Gelingen der Energiewende im Rahmen der Daseinsvorsorge vorgerechnet. Nach und nach ist nun auch in den Medien zu lesen, dass unser dreckiger Strom (gemeint ist Strom aus Kohle- und Atomkraftkraftwerken) durch die Megaleitungen transportiert werden wird und die HGÜ-Leitungen für den europäischen Stromhandel, auch hier geht es wieder um den Transport von Kohle- und Atomstrom, benötigt werden. Der Slogan: SuedLink ist das Rückgrat der Energiewende ist ad absurdum geführt. Fakt ist, dass 2015 die erneuerbaren Energien mit 32,5 % am Strommix beteiligt waren und damit sind sie mit Abstand wichtigste Energiequelle. Erstmals wird unser Stromsytem  von den erneuerbaren, regional erzeugten Energien dominiert! Die Stromproduktion erreichte 2015 den Rekordwert von 647 Terawattstunden, wobei der Stromverbrauch weitgehend gleich blieb (alle Zahlen Agora). Der wachsende Anteil der Stromproduktion wird billig ins Ausland verkauft statt aus Klimaschutzgründen die Kohleverstromung zurück zu fahren.

Wer bei uns mitarbeiten möchte, ist herzlich willkommen. Das nächste Mal treffen wir uns am Montag, den 25. Januar in der Gaststätte Zum Schiffchen um 19.30 Uhr.

Kontakt:

bi-wolfhagerland(at)web(dot)de

Hier finden Sie Informationen zum Thema Stromtrasse "SuedLink"



"SuedLink", ein Gemeinschaftsprojekt der beiden Übertragungsnetzbetreiber TenneT und TransnetBW, ist mit insgesamt rund 800 Kilometern Länge das größte Infrastrukturprojekt der Energiewende. Innerhalb des Vorhabens "SuedLink" sind aktuell zwei Verbindungen - zwischen Wilster bei Hamburg und Grafenrheinfeld in Bayern sowie zwischen Brunsbüttel in Schleswig-Holstein und Großgartach in Baden-Württemberg - in den Bundesbedarfsplan aufgenommen worden.

Der geplante Trassenverlauf führt durch das Wolfhager Land und auch Naumburg ist betroffen. Derzeit werden verschiedene Alternative Routenverläufe diskutiert (siehe Kartenausschnitt)

Am 12.12.2014 will TenneT den Antrag auf Bundesfachplanung bei der Bundesnetzagentur einreichen - dann beginnt das offizielle Planungs- und Genehmigungsverfahren für die Verbindung von Wilster nach Grafenrheinfeld. Im Rahmen der Bundesfachplanung werden alle Korridorvorschläge detailliert vor Ort untersucht und umfassend geprüft.

Anders als bei den bestehenden Übertragungsnetzen in Deutschland wird bei "SuedLink" die Technik der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) eingesetzt. Die Energieübertragung mittels Gleichstrom ist besonders für weite Entfernungen geeignet. Dort hat sie geringere Übertragungsverluste als vergleichbare Wechselstromleitungen.

SuedLink wird mit ca. 500 Kilovolt betrieben und erreicht eine Übertragungskapazität von insgesamt vier Gigawatt (pro Verbindung zwei GW). Zur Stromübertragung auf der Höchstspannungsebene werden überwiegend Freileitungen verwendet.

Zudem sind beide Verbindungen auch als Erdkabel-Pilotprojekt ausgewiesen, so dass Teilabschnitte unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen auch in Form eines Erdkabels verlegt werden können. Die beiden HGÜ-Verbindungen innerhalb von SuedLink sollen 2022 in Betrieb genommen werden.

Zwischenzeitlich formiert sich in den von "SuedLink" betroffenen Kommunen parteiübergreifend der politische Widerstand gegen das Projekt. Auch haben sich Bürgerinitiativen gebildet, die eine Umsetzung der geplanten Stromtrasse ablehnen.

Wir informieren Sie auf dieser Seite über die aktuellen Entwicklungen und über die Arbeit der Bürgerinitiativen.

Presseerklärung

Fulda,2015-07-04
In einer gemeinsamen Sitzung des Bundesverbandes der Bürgerinitiativen gegen Suedlink, des landesverbandes Hessen, Vertretern des bayerischen Aktionsbündnisses gegen die Süd- Ost-Trasse und des Rhönlink e.V. wurde anhand der politischen Vereinbarungen der Parteivorsitzenden von CDU, CSU und SPD: „Eckpunkte für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende" , übereinstimmend folgende Presseerklärung verfasst:

Dank des bundesweiten Engagements der Bürgerinitiativen gegen HGÜ's hat die Bundesregierung erkannt, dass der geplante Netzausbau in den betroffenen Regionen zu erheblichen Sorgen in der Bevölkerung führt. Dies jedoch hat zu politischen Vereinbarungen geführt, die alles offen lassen.
Es bleibt somit abzuwarten, ob und wie die gesetzlichen Grundlagen zum Energieleitungsausbau daraufhin verändert werden.
Der Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen Suedlink, der landesverband Hessen, das bayerische Aktionsbündnis gegen die Süd-Ost-Trasse und Rhönlink e.V. lehnen weiterhin den Bau der Gleichstromtrassen grundsätzlich ab und stellen deren Bedarf als Bestandteil der Energiewende in Frage. Wir sehen weiterhin nicht belegt, dass die Trassen lediglich dazu dienen, "Windstrom vom Norden in den Süden zu transportieren". Wir befürchten, dass die Eckpunkte der Bundesregierung zum Netzausbau ausschließlich dem Profitinteresse der großen Energiekonzerne und nicht der öffentlichen Daseinsvorsorge dienen."

Guntram Ziepel, Vorsitzender des Bundesverbandes der Bürgerinitiativen gegen Suedlink Ingmar Theiß, Sprecher des landesverbandes Hessen der Bürgerinitiativen gegen Suedlink Dörte Hamann, Sprecherin für das Aktionsbündnis gegen die Süd-Ost-Trasse Jochen Vogel, Vorsitzender des Rhönlink e.V

Pressemitteilung

Am 16.04.2015 fand in Bad Emstal ein erstes Koordinationstreffen der Bürgermeister und Stadtverordneten des Landkreises Kassel mit den Bürgerinitiativen gegen SuedLink der betroffenen Gemeinden statt. Es gab ein konstruktives Gespräch über bisher Erreichtes und über das weitere gemeinsame Vorgehen.

Folgendes Meinungsbild wurde zusammengetragen:

  • Festgestellt wurde, dass es der Firma TenneT nicht gelungen ist, die betroffenen Kommunen und Bürgerinitiativen gegeneinander auszuspielen. Im Gegenteil, es ist Konsens, den SuedLink insgesamt abzulehnen.
  • Wünschenswert wäre die Durchführung eines Energiegipfels in Berlin mit Politikern, Wissenschaftlern, Bürgern und Bürgerinitiativen.
  • Die Energiewende wird durch SuedLink konterkariert. Das zu berücksichtigende NOVA-Prinzip, (Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau), wird durch die derzeitig präferierte zentrale Energieplanung ad absurdum geführt, insbesondere wenn über Jahre der Leitungsneubau durch garantierte Renditen gefördert wird, anstatt die Optimierung des bestehenden Leitungsnetzes anzustreben und die dezentrale Energiewende zu fördern.
  • Die geplante Stromtrasse steht den kommunalen wirtschaftlichen und energiepolitischen Entwicklungsmöglichkeiten entgegen. Für die Bevölkerung unserer Region könnte es zur Beeinträchtigung der Lebensqualität kommen.
  • Als Alternative zu SuedLink sind Speichersysteme der regenerativen Energien anzusehen, die weiter entwickelt werden müssen, bislang aber unzureichend durch die Politik gefördert werden.
  • Nach den jetzigen Plänen wird schwerpunktmäßig Braunkohlestrom abtransportiert werden.
  • Der Windstrom von der Küste wird im Norden der Republik nach Abschalten der letzten AKWS auch dort benötigt.
  • Es bestehen gesundheitliche Bedenken. Hinzu kommt, dass es bislang keine gesicherten Erkenntnisse und Studien über die entstehenden Umweltauswirkungen in dicht besiedelten Landschaftsräumen, wie es die BRD ist, gibt.
  • Für unsere Region (Bad Emstal, Wolfhagerland) gilt, dass es laut Referentenentwurf keine Erdverkabelung geben wird, wenn bereits durch die alte sog. Bahntrasse, eine damit verbundene Hochspannungstrasse verläuft.
  • Die Bürgerinitiativen sind auf Landes- und Bundesebene vernetzt, ebenso wie die Bürgermeister der betroffenen Kommunen untereinander. Es ist die große Herausforderung den Informationsfluss über kritisches Hintergrundwissen in das Gesamtmeinungsbild der Bevölkerung und der Politik hoch zu transportieren.

Netzentwicklungsplan 2014

  • Bei der Bedarfsermittlung in den Netzentwicklungsplänen im Szenariorahmen 2024 geht es nicht um den benötigten Strombedarf in Deutschland, sondern um die Frage, welchen Transportbedarf gibt es für die erzeugte Strommenge. Festzustellen und zu hinterfragen ist, dass sich der Ausbaubedarf des Leitungsnetzes nach dem potentiellen und geplanten Produktionsausbau für Energiegewinnung richtet und nicht nach dem tatsächlichen Leistungsverbrauch. Seitens der Energiekonzerne ist hingegen ein gigantischer weiterer Ausbau zentraler Windkraftanlagen im Norden und Osten der Republik geplant, dem der Leitungsbedarf angepasst werden soll. Beides ist unnötig, vielmehr Menschen-, Natur- und Verbraucherschädlich für die deutsche Energiewende.
  • Der von den Netzbetreibern angestrebte Ausbau des geplanten Korridors lässt mehrere Mastreihen zu. Die Erweiterung wird erleichtert durch ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren. Die Netzausbaupläne stehen im engen Zusammenhang mit den Planungen der europäischen Energieunion. Es ist zu vermuten, dass der überdimensionierte Leitungsausbau des deutschen Stromnetzes, den  europäischen Stromhandel unterstützt und nicht hauptsächlich der Energieversorgung Süddeutschlands mit Windstrom und der deutschen Energiewende dient.

Vereinbart wurden regelmäßige Treffen alle 2 bis 3 Monate zur Koordinierung der gemeinsamen Arbeit.

Mit Transparenten gegen SuedLink

Transparente wie dieses hier am Ortseingang von Naumburg aus Richtung Elbenberg kommend, sollen auf die Ablehnung des Projekts SuedLink aufmerksam machen. (Foto: PA Stadt Naumburg)

An verschiedenen Stellen in Naumburg wird die Ablehnung gegen die geplante Gleichstromtrasse SuedLink derzeit auch durch entsprechende Transparente zum Ausdruck gebracht.

So sind z. B. an allen vier Ortseingängen von Naumburg in Abstimmung mit der Stadtverwaltung die von der Bürgerinitiative Wolfhager Land konzipierten Banner aufgestellt worden. Naumburg ist von den verschiedenen Trassenvarianten, die derzeit diskutiert werden, dreifach betroffen. Neben der geplanten Ursprungstrasse, die nordöstlich von Altenstädt verlaufen soll, sind noch zwei Alternativtrassen im Gespräch. Diese führen von Norden nach Süden und betreffen neben der Kernstadt auch die Stadtteile Elbenberg, Altendorf und Heimarshausen.

Nach Auskunft von Bürgermeister Stefan Hable lehnen alle politisch Verantwortlichen in Naumburg das Projekt SuedLink ab. "Das ist auch die Position, die hier insgesamt in der Region und darüber hinaus vertreten wird", so Hable abschließend.