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Dienstag, 23. Juli 2019

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Ausstellungseröffnung Langsdorfer Verträge im Haus des Gastes

Ausstellungseröffnung Langsdorfer Verträge im Haus des Gastes

850 Jahre Stadt Naumburg

Am Samstag dem 18. Mai 2019 wird um 15:00 Uhr im Haus des Gastes eine Ausstellung zu den Langsdorfer Verträgen mit einem Vortrag von Herrn Prof. Dr. Ulrich Ritzerfeld (Marburg) eröffnet.

Die Langsdorfer Verträge sind nicht nur für die hessische Geschichte von besonderer Bedeutung, sondern auch für die Geschichte der Stadt Naumburg, weil die widerstreitenden Interessen von Mainz und Hessen ein wichtiger Teil der Naumburger Geschichte sind. Hinzukommt, dass mit Konrad von Elben einer der bedeutenden Akteure der Vertragsverhandlungen aus dem Stadtgebiet kam.

Dass die interessante Ausstellung im Rahmen des Auftakts der 850 Jahr Feier in 2020 nun auch in Naumburg zu sehen ist, geht auf die Initiative des Geschichtsvereins Naumburg und insbesondere auf Herrn Dr. Volker Knöppel zurück, der auch Herrn Prof. Dr. Ulrich Ritzerfeld als Redner gewinnen konnte.

Zu der Ausstellung ist eine wissenschaftliche Begleitpublikation „Neugestaltung in der Mitte des Reiches. 750 Jahre Langsdorfer Verträge 1263/2013“ mit einem Umfang von 406 Seiten zum Preis von 51,00 Euro erhältlich sowie eine 24seitige Broschüre zu der Ausstellung für 8,00 Euro. Beides kann in der Tourist-Info im Haus des Gastes erworben werden.

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten im Foyer des Haus des Gastes besucht werden.

Zum Hintergrund führt der Geschichtsverein weiter aus:

Am 10./11. September 1263 schlossen drei Parteien in Langsdorf bei Gießen miteinander insgesamt vier Verträge. Die Beteiligten waren:

der Mainzer Erzbischof Werner von Eppstein als geistlicher Reichsfürst

der wettinische Markgraf von Meißen und

die Vertreter des Hauses Brabant, Sophie von Brabant, Tochter der Hl. Elisabeth, mit ihrem Sohn Heinrich (Kind von Brabant), dem späteren Landgrafen Heinrich, die damit die schon seit längerem bestehenden Unstimmigkeiten untereinander beilegten.

Deren Ausgangspunkt war der Tod Heinrich Raspes im Jahr 1247, der Landgraf von Thüringen und kurzzeitiger römischer König war. Mit ihm starb das Geschlecht der Ludowinger im Mannesstamm aus. Der Mainzer Erzbischof erhob nun Ansprüche in Thüringen, aber auch der Markgraf von Meißen. Und Sophie von Brabant war bestrebt, für ihren Sohn Heinrich im hessischen Teil der Thüringer Landgrafschaft eigene Herrschaftsrechte zu sichern. Darin war sie erfolgreich, denn ihr gelang in den Langsdorfer Verträgen der Interessenausgleich mit Mainz. Mainz belehnt Sophie und Heinrich mit der Grafschaft Hessen und dem Landgericht in Maden. Mit der Übertragung dieses wichtigen Rechtstitels schuf der Mainzer Erzbischof die Grundlage für die Entwicklung der Herrschaft Hessen zu einem eigenständigen Fürstentum. Dieser letzte Schritt erfolgte 1292 mit der Erhebung Heinrichs in den Reichsfürstenstand.

Am Zustandekommen der Verträge, die komplizierte lehnsrechtliche Konfliktlösungen vorsahen, waren auf mainzischer und hessischer Seite zahlreiche Experten beteiligt. Einer der prominentesten Lehnsexperten und Bürgen auf hessischer Seite war der Ritter Konrad von Elben, der enge Verbindungen zum landgräflichen Hof hatte.

03.05.2019 09:51 Alter: 81 Tage