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Sonntag, 19. November 2017

Hummelwerkstatt

Die Hummelwerkstatt –Hautflüglerzentrum in Nordhessen

Gartenhummel an Beinwell (Foto: Claudia Thöne)

1. Kurzinformation

In den Elbeauen von Naumburg liegt ein ganz besonderer außerschulischer Lernort zum Thema Insekten. Neben den pelzigen Wildbienen Hummeln werden hier am Insektenhotel die vielen Solitärinsekten (nicht staatenbildende Insekten) vorgestellt. Bienen werden an einem Schaukasten gezeigt und in der Hummelwerkstatt Ameisen in einem Formikarium.

Aber nicht nur für Schulklassen und Naturgruppen ist dieser Ort interessant. Er bietet auch Laien einen tollen Einblick in das Leben der Insekten und ihre Bedeutung für die menschliche Existenz. So lassen sich die Hummelnester quasi unter der Erde beobachten und die Hummeln bei der Brutpflege und dem Sammeln von Nahrung beobachten.

Führungen in der Hummelschauanlage sowie im angrenzenden Hummelgarten und der Streuobstwiese geben hier einen sinnlichen und auch spielerischen Eindruck. Beobachtungsaufgaben leiten auch selbständig durch die Anlage.

Führungen auf Absprache täglich, auch am Wochenende

Kontakt:

Magistrat der Stadt Naumburg, Naturinformationszentrum, Hattenhäuser Weg 10-12, 34311 Naumburg, Tel. 05625 / 7909-73, E-Mail: claudia.thoene(at)naumburg(dot)eu, Internet: www.naumburg.eu und www.bioleka.de

Ehrenamtliche Mitarbeiter: Klaus-Berndt Nickel, Schauenburg, Vorsitzender der Deutschen Ameisenschutzwarte ASW, Christian Haas, Bad Wildungen, und Karsten Grothstück, ebenfalls ASW

2. Beschreibung

Was ist eine Hummelwerkstatt?

Die Hummelwerkstatt ist ein kleines Holzhaus, das in einem besonders gestalteten Raum Hummelvölker beherbergt.

Hummelwerkstatt im Hummelgarten (Foto: Claudia Thöne)

Rotlichtraum

In einem Rotlichtraum (ca. 10 qm) stehen vier Schauanlagen, die je ein Hummelnest enthalten. Zur Abdeckung dient eine Plexiglasscheibe. Die Hummeln können ihr Nest über Röhren nach außen verlassen und so im angrenzenden Hummelgarten ihre Nahrung sammeln.
Hummeln sind rotblind! In der Natur befinden sich ihre Nester meist unter der Erde im Dunkeln. Da sie das Rotlicht nicht wahrnehmen, lassen sie sich ungestört im Nest beobachten.
Hier erfolgen Informationen über den Nestbau, die Arbeitsteilung, die Größenunterschiede und Kasten, die Brutpflege u.a. In den vergangenen Jahren wurden hier Erdhummeln angesiedelt, die sich durch die Beobachtung am wenigsten stören lassen.

Im Rotlichtraum (Foto: Claudia Thöne)

Im Jahr 2015 waren hier drei Hummelvölker angesiedelt worden: 2 x Erdhummel, 1 x Steinhummel.

Erdhummeln in Nisthilfe (Foto: Claudia Thöne)

Die Erfahrungen zeigen, dass Erdhummeln am störungsunempfindlichsten sind und die Ausbildung von neuen Königinnen unter künstlichen Bedingungen am besten meistern.

Erdhummelvolk in Nisthilfe (Foto: Claudia Thöne)

Darüber hinaus ist zwischen der "Hummelwelt" und Naumburgs Bach Elbe eine ca. 1000 qm große Fläche mit attraktiven Hummelpflanzen angelegt worden, ein Paradies für hungrige Hummelarbeiterinnen. Ergänzt wird diese durch ein lebendiges Apfelmuseum mit ca. 100 verschiedenen Obstsorten, das in Blüte gerade im Frühjahr reichlich Nahrung bietet.
Hier können im wesentlichen Flugfertigkeit, Sanftmut, unterschiedliche Sammelstrategien und Bestäubungsvorgänge gezeigt werden. Forscheraufträge für Grundschulkinder erleichtern die Beobachtung und können im Unterricht nachbereitet werden. Die Anlage gibt einen Arbeitsbogen wider.

Schulungsraum

Dem Rotlichtraum zugeordnet ist ein Schulungsraum, in dem an Präparaten der Lebenszyklus der Hummeln erklärt wird. Da Hummeln nur ein Jahr leben, Arbeiterinnen nur einen Sommer lang, fallen immer wieder tote Hummeln von Acker-, Garten-, Erd- und Steinhummel an. Auch Nester vergangener Jahre zeigen detailliert den typischen Hummelbau aus Wachstöpfen und gesponnenen Puppen. Die Zusammenarbeit mit der deutschen Ameisenschutzwarte ermöglicht es, hier auch das Leben der Ameisen mit Formikarien vorzustellen.

Führung in der Hummelwerkstatt (Foto: Claudia Thöne)

Hummeln

gibt es fast überall auf der Welt. Sie gehören zur Familie der Bienen, man nennt sie auch „die Biene im Pelz".

Hummeln findet man vom Frühjahr bis in den Herbst überall, wo es Blüten gibt. Denn auf Blüten finden Hummeln ihre Nahrung: sie sammeln Blütenstaub (=Pollen) mit ihren Hinterbeinen und trinken Nektar. Mit ihrem langen Rüssel können Hummeln den Nektar tief aus den Blüten saugen. Da sie gleichzeitig den an ihnen hängenden Blütenstaub an anderen Blüten abstreifen und dieses zudem bei Temperaturen um 4° C, sind sie besonders bedeutende Blütenbestäuber. Einzelne Blüten sind derart groß und kompliziert aufgebaut, dass sie nur von Hummeln bestäubt werden können, z.B. Eisenhut.

Erdhummelkönigin auf rotem Sonnenhut (Foto: Claudia Thöne)

Hummelklappen gegen Wachsmotten

Wachsmotten legen ihre Eier in Hummelnester und ihre Larven können ganze Völker zerstören. Hier hilft die Hummelklappe, die Herr Börner der Hummelwerkstatt schenkte.

Hummelklappe an den Ausgängen der Nisthilfen im Rotlichtraum (Foto: Claudia Thöne)

Weitere Eindrücke an der Hummelwerkstatt

Pelzbiene im Insektenhotel (Foto: Claudia Thöne)

Erdhummel an Akelei (Foto: Claudia Thöne)

Vorbereitung der Hummelkästen (Klaus-Berndt Nickel und Karsten Grothstück, Foto: Claudia Thöne)

Infotafeln zu Solitärinsekten und Hummeln als Geschenk der ASW (Bürgermeister Stefan Hable und Klaus-Berndt Nickel) (Foto: Claudia Thöne)

Obstblüte an der Hummelwerkstatt (Foto: Claudia Thöne)

Steinhummelvolk 2015 (Foto: Claudia Thöne)

Gruppenführung mit der Waldjugend Warmetal an der Hummelwerkstatt (Claudia Thöne rechts, Leiterin des NIZ Naumburg und der Hummelwerkstatt, Foto: Waldjugend Warmetal)