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Montag, 14. Oktober 2019

Aktuelles

aus der Hummelwerstatt

Hummelwerkstatt als Ferien-Freizeit-Tipp des HR 3


Die Hummelwerkstatt in Naumburg als Ferien-Freizeit-Tipp des HR 3. Hier können  Kinder die wunderbaren Brummer unter der Erde bestaunen. Führungen auch nach Terminabsprache außerhalb der Öffnungszeiten.

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Es krabbelt in der Hummelwerkstatt


In der Hummelwerkstatt hat die Deutsche Ameisenschutzwarte ein Volk der großen roten Waldameise in einem sogenannten Formikarium untergebracht. Hier kann es unter natürlichen Bedingungen überwintern und mit Hilfe von Lupen wunderbar beobachtet werden.

Wussten Sie schon, dass….

…bis jetzt 9.600 Ameisenarten beschrieben und die Zahl der weltweit vorkommenden Arten auf 15.000 geschätzt wird?

…in Deutschland 114 verschiedene Ameisenarten vorkommen, davon 13 einheimische Waldameisenarten auffällige Nesthügel errichten?

…in einem großen Waldameisennest mehr als eine Millionen Arbeiterinnen leben können?

…manche Waldameisennester nur eine Königin enthalten, andere jedoch mehrere hundert Königinnen?

…eine Millionen Ameisen etwa 7 kg wiegen?

…die Waldameisenkönigin bis zu 25 Jahre leben kann, die Arbeiterin jedoch dagegen bis zu 6 Jahre?

…der Laufbereich der Waldameisen bis zu 150 Meter beträgt?

…die Waldameisenarbeiterin etwa das 40-fache ihres Eigengewichtes tragen kann?

…ein großes Waldameisenvolk an einem Tag bis zu 100.000 Beutetiere, vorrangig Käfer und Raupen, verzehren kann?

…die Arbeiterinnen eines Nestes in einem Jahr über 100 kg Mineralien an die Erdoberfläche befördern und hierdurch den Waldboden verbessern?

…die Waldameisen Samen von 150 einheimischen Pflanzenarten verbreiten und durch die hieraus entstehende Artenvielfalt das Waldökosystem stärken?

…ein Großspecht täglich bis zu 3.000 Ameisen verzehren kann?

…der Mensch den Waldameisen auf verschiedene Weise oft schwere Schäden zufügt?

…die Ameisenschutzwarte deshalb bemüht ist, die Waldameisennester vor Wildschäden (Rot- und Schwarzwild) sowie menschlicher Unvernunft zu schützen?

…Waldameisen seit über 200 Jahren unter Naturschutz stehen?

…die Beschädigung eines Waldameisennestes mit einer Geldstrafe bis zu 10.000 € geahndet werden kann?

…die Umweltschäden in unmittelbarer Nähe der Ameisennester in unseren Wäldern deutlich geringer sind?

Die Deutsche Ameisenschutzwarte hat es sich zur Aufgabe gestellt, den kleinen Umweltschützer zu hegen und zu erhalten, damit es mit der Natur und unseren Waldameisen nicht weiter abwärts geht.

Ameisenschutzwarte Hessen, Klaus-Berndt Nickel, Hainbuchenweg 6, 34270 Schauenburg-Breitenbach, Tel. 05601/1379, KlausBNickel(at)t-online(dot)de

www.ameisenschutzwarte .de

Hummelfest 2016


Bei sonnigem Wetter bot die Hummelwerkstatt am vergangenen Sonntag einen wunderbaren Platz, um im schattigen Holzhaus das Leben eines Erdhummelvolkes zu beobachten. Schon in der Woche zuvor war der Kindergarten Schauenburg mit den Hirzsteinzwergen hier gewesen und die Kinder hatten fasziniert den Hummeln zugeschaut. Ihre Begeisterung schlug auf die Eltern über und so kamen einige Schauenburger Familien zum Tag der offenen Tür. Weitere Gäste konnten über den Hessentipp am Freitagabend gewonnen werden. Bei einer bundesweit derartig einmaligen Schauanlage war auch für einen Gießener Hummelfan der Weg nach Naumburg nicht zu weit.

Aber nicht nur die Hummeln konnten bestaunt werden, auch Wissenswertes über das Leben der Ameisen wird an diesem außerschulischen Lernort der Stadt an der kleinen Elbe vermittelt.

Der ehrenamtliche Mitarbeiter Klaus-Berndt Nickel erläuterte die verschiedenen Aufgaben der großen roten Waldameise und erklärte, wie ein Ameisenhaufen entsteht und welche Funktion er hat.

Die Ameisen sind „Melker“; in dieser Funktion sammeln die Ameisen den Waldhonig an Fichten, den die Blattläuse einsaugen und an den Zweigen zurücklassen.

Die Ameisen sind „Pflanzenverbreiter“. Verschiedene Pflanzensamen, wie z. B. Veilchensamen, werden von den Ameisen gerne gefressen. Beim Verschleppen der Samen fallen immer mal wieder Samen herab und vermehren sich auf dieser Weise.

Die Ameisen sind „Geburtshelfer“; Arbeiterinnen im Nest helfen, wenn neue Ameisen schlüpfen.

Die Ameisen sind „Reinigungskräfte“; Ameisensäure tötet kleine Milben ab, die Vögel im Gefieder haben. Die Vögel setzen sich deshalb auf den Ameisenhaufen und lassen sich von den Ameisen besprühen. So werden sie die lästigen Parasiten los.

Die Ameisen sind „Kraftpakete“. Ameisen können das Vierzigfache ihres Eigengewichtes tragen.

Aufmerksam lauschen die Besucher den Ausführungen von Klaus-Berndt Nickel. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Der Hummelgarten mit seinen besonderen Hummelpflanzen wie Kronwicke, Telekie und den vielen aromatisch duftenden mediterranen Kräutern aus der Familie der Lippenblütler, wie Lavendel, Majoran und Thymian, bot einen schönen Rahmen auch für den Gaumenschmaus der Besucher bei Hummelkuchen und Apfelschorle oder Kaffee.

Gäste im Hummelgarten. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Die Hummelwerkstatt ist noch bis Ende August geöffnet und kann von Gruppen ab 6 Personen auch außerhalb der Öffnungszeiten (Mi. 15 – 17 Uhr, Sa. & So. 14 – 16 Uhr) jederzeit gebucht werden. Terminabsprache mit Claudia Thöne, Tel. 05625/7909-73.

 

Steinhummel an Telekie. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Naumburger "Hautflüglerzentrum Hummelwerkstatt" erhält Auszeichnung

Naumburgs Bürgermeister Stefan Hable, Klaus-Berndt Nickel von der ASW und die Dipl.-Biologin Claudia Thöne vor dem Insektenhotel mit anschaulichen Lehrtafeln.

Naumburgs Bürgermeister Stefan Hable, Klaus-Berndt Nickel von der ASW und die Dipl.-Biologin Claudia Thöne vor dem Insektenhotel mit anschaulichen Lehrtafeln. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Bei dem Jubiläumswettbewerb der Kasseler Bank "Alltags-Helden" gesucht, erreichte das Projekt "Hautflüglerzentrum Hummelwerkstatt", eingereicht von der Ameisenschutzwarte Hessen e. V. (ASW), in der Kategorie Umwelt & Natur in der Region Kassel Land bei der Preisverleihung in Hofgeismar den mit 1.000 ? dotierten 3. Platz. Dies ist ein Erfolg für die Dipl. Biol. Claudia Thöne von der Stadt Naumburg und dem Waldpädagoge Klaus-Berndt Nickel aus Schauenburg von der ASW, die sehr stolz darauf sind, eine Platzierung unter den 9 Besten der drei teilnehmenden Regionen (Kassel Stadt, Kassel Land, Waldecker Land) in dieser Kategorie erreicht zu haben. Naumburgs Bürgermeister Stefan Hable zählte zu den ersten Gratulanten. "Die Auszeichnung ist eine Anerkennung ihres langjährigen, ehrenamtlichen  Engagements für den Naturschutz und unterstreicht auch die Bedeutung des "Hautflüglerzentrum Hummelwerkstatt" als Ort des Naturerlebens und als außerschulischen Lernort", so der Rathauschef.

Die Hummelwerkstatt in den Elbeauen wurde 1994 von der Stadt Naumburg gemeinsam in Zusammenarbeit mit der Universität Kassel - Professor Witte- als außerschulischer Lernort errichtet. Seit 2005 wird dieser Standort als ein Projekt - Kommune und Ehrenamt - des Natur- und Informationszentrums Naumburg und der Ameisenschutzwarte Hessen e. V. als außerschulischer Lernort zum Thema Insekten fortgeführt. Sie beherbergt im Sommerhalbjahr verschiedene Hummelvölker, die in einem speziellen Rotlichtraum quasi wie unter der Erde beobachtet werden können. Im Außenbereich der Hummelpflanzen-Beetanlage stehen mehrere Nistkästen zur Selbstansiedelung, die in diesem Jahr von Baum- und Erdhummeln angenommen wurden. Unterschiedliche Nistkastenmodelle für Hummeln und Präparate dienen zur Information.

Ergänzt wurde die Hummelwerkstatt durch zwei mit Waldameisen besetzten Formikarien der Ameisenschutzwarte Hessen e. V.. Schautafeln informieren über die Lebens- und Verhaltensweise sowie Biologie dieser kleinen Krabbeltiere im Ökosystem Wald.

Ein großes Insektenhotel gibt Einblick in das Brutgeschäft nicht staatenbildender Insekten (solitär lebende Wildbienen). Beobachtungskästen zeigen die Brutröhren mit Futter- und Nistmaterial, ergänzt durch Lehrtafeln zu friedlichen Wildbienen und Hummeln. Aktuell erweitert wurde der Standort um einen 3- Wabenschaukasten mit Honigbienen. Als gemeinsamer Lernort in der UN-Dekade zu BNE - Bildung für nachhaltige Entwicklung - werden thematische Führungen zu Hummeln, Wildbienen, Waldameisen und Obstwiesen angeboten. Hierzu gibt es entsprechende Broschüren und Lernort-Materialien.

Dieser außerschulische Lernort soll Schülern bis Sekundarstufe I einen Einblick in das vielseitige  Leben der Insekten geben und im Rahmen von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) Kompetenz, Orientierung und Wissen vermitteln. Die Konzepte haben die Zielsetzung, möglichst viele Informationen durch eigene Beobachtungen - Forscheraufträge - und eigenhändig durchgeführte Untersuchungen zu gewinnen. Hierdurch werden die Kompetenzbereiche  Erkenntnisgewinnung, Kommunikation und Bewertung gestärkt. Ergänzend hierzu werden akkreditierte Lehrerfortbildungen zu den Themen Wildbienen, Waldameisen und Obstwiese in Zusammenarbeit mit der Naturschutzakademie Wetzlar durchgeführt, die auch als Wahlpflichtveranstaltung zum Erwerb des Zertifikates Waldpädagogik anerkannt sind. Als Zentrum der Umweltpädagogik dient es auch als Plattform für nachhaltige Lernmethoden zum Schutz der Natur. Der Standort ist Mitglied von BIOLEKA, der Arbeitsgemeinschaft außerschulischer biologischer Lernorte in der Region Kassel.

Klaus-Berndt Nickel (im Bild mit Mütze) steht den Besuchern als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Klaus-Berndt Nickel (im Bild mit Mütze) steht den Besuchern als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Ein Baumhummelvolk von Polsterwolle als erstem Isoliermaterial befreit mit Kokons zukünftiger Kuckuckshummelköniginnen. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Ein Baumhummelvolk von Polsterwolle als erstem Isoliermaterial befreit mit Kokons zukünftiger Kuckuckshummelköniginnen. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Karsten Grotstück (2. v. l.) aus Kassel, Mitglied der Ameisenschutzwarte Hessen, hier mit Gästen zur Bestimmung von Solitärinsekten am Insektenhotel. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Karsten Grotstück (2. v. l.) aus Kassel, Mitglied der Ameisenschutzwarte Hessen, hier mit Gästen zur Bestimmung von Solitärinsekten am Insektenhotel. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Jürgen Heiderich (im Bild zweiter von rechts mit Mütze) spendierte der Hummelwerkstadt einen Bienenbeobachtungskasten. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Jürgen Heiderich (im Bild zweiter von rechts mit Mütze) spendierte der Hummelwerkstadt einen Bienenbeobachtungskasten. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Alfons Steier sowie Lea und Claudia Dux (im Bild von links nach rechts) informieren sich. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Alfons Steier sowie Lea und Claudia Dux (im Bild von links nach rechts) informieren sich. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Die Waldjugend legte auf dem Hummelfest mit Hand an. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Die Waldjugend legte auf dem Hummelfest mit Hand an. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Otto Hartmann, Gerda Hartmann und Wolfgang Ansuhn sorgten für das leibliche Wohl der Gäste. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Otto Hartmann, Gerda Hartmann und Wolfgang Ansuhn sorgten für das leibliche Wohl der Gäste. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Die Teilnehmerinnen am Deutschen Walkingtag bereiten sich mit Dehnübungen auf ihre Tour vor. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Die Teilnehmerinnen am Deutschen Walkingtag bereiten sich mit Dehnübungen auf ihre Tour vor. (Foto: PA Stadt Naumburg)

Hummelfest zum 20jährigen Bestehen der Hummelwerkstatt

Vor 20 Jahren wurde die Hummelwerkstatt als außerschulischer Lernort mit der Universität Kassel in den Naumburger Elbeauen errichtet. Dachten anfänglich Gäste, hier würden die kleinen Hummelfiguren aus Porzellan hergestellt, so hat sich doch mittlerweile herum gesprochen, dass die Hummelwerkstatt das Kernstück eines kleinen Hautflüglerzentrums im südlichen Naturpark Habichtswald ist. Sie ist idealerweise an den Habichtswaldsteig angebunden und so freute sich die Hauptverantwortliche der Geburtstagsfeier, Frau Claudia Thöne vom Natur-Informationszentrum Naumburg, am vergangenen Sonntag über eine Gruppe Wanderer als erste Gäste. Nach einer persönlichen Führung noch vor Beginn des Festes machten diese sich auf den Weg nach Waldeck.

Ohne ehrenamtliche Unterstützung wäre die Unterhaltung und Betreuung an der Hummelwerkstatt kaum zu leisten. Mit Klaus-Berndt Nickel von der Hessischen Ameisenschutzwarte hat die Hummelwerkstatt einen tatkräftigen und kompetenten Partner. Zum Fest kam Unterstützung aus Kassel. Karsten Grotstück als Ameisen- und Hummelfan kennt sich auch mit Solitärinsekten aus und gab viele hilfreiche Tipps. Im Rotlichtraum entdeckte er eine Kuckuckshummel, die das Baumhummelvolk eroberte und seine Königin getötet hatte. Kuckuckshummeln nutzen die Arbeiterinnen anderer Völker und bilden keine eigenen Arbeiterinnen aus, sondern nur Königinnen und Drohnen (Männchen).

Das Insektenhotel an der Hummelwerkstatt beinhaltet tausende von potenziellen Brutröhren und wird in diesen Tagen auch bei Kälte intensiv beflogen. Das Artenspektrum ist unüberschaubar von wespenartigen Solitärinsekten mit Eintrag von tierischer Nahrung für ihre Brut bis zu bienenartigen Insekten, die Blütenstaub eintragen und als Nahrung für ihre Brut nutzen. Auch Schlupfwespen freuen sich über dieses Nahrungsangebot und legen ihre Eier auf die Larven in den Brutröhren.

Ein besonderes Geschenk machte Jürgen Heiderich aus Elbenberg der Hummelwerkstatt zum Fest. Er baute einen Bienenbeobachtungkasten mit drei Wabentypen. Honigwaben im oberen Drittel, Brutwaben mit viel Drohnenbrut im mittleren Drittel und Arbeiterinnenbrut im unteren Drittel des Schaukastens. Durch Gitter wird verhindert, dass die Königin in den oberen Wabenraum gelangt, so dass dieser den Honigvorräten vorbehalten bleibt. Bei Führungen in den folgenden Monaten kann man die Volksentwicklung der Honigbiene gut verfolgen. Ansonsten ist der Schaukasten verschlossen.

Bienenwaben sind direkt nach dem Bau recht hell. Erst durch das Einarbeiten von Propolis, einem antibakteriellen Blütensaft, wird die Wabe dunkel und erhält die für uns typische Bienenwachsfarbe.

Die Waldjugend "die Habichte" aus Habichtswald bastelten mit Kindern attraktive Solitärnisthilfen. In trockenes Holz wurden Röhren für solitär lebende Insekten eingebohrt. Wichtig ist hier, dass das Holz wirklich trocken ist, damit nicht nachträgliche Risse die Brutröhren zerstören. Durchmesser von 2 - 8 mm sind geeignet.

Für das leibliche Wohl sorgten die Mitglieder des Raum für Natur e. V. mit Kaffee, Kuchen und Apfelsaft sowie die Mitglieder des Weidelsburgvereins e. V., die einen Grillstand betrieben.

Zeitgleich mit dem Hummelfest fanden in Naumburg auch Veranstaltungen im Rahmen des Deutschen Walkingtages statt. Deren Teilnehmer erlebten bei kühlem aber sonnigen Wetter einen wunderbaren Vormittag und genossen die Entspannungs- und Qi Gongübungen im Freien.